Musik als Medium des Miteinander

13.06.2018, Goar Biesenkamp (Musiker, Komponist und Musikproduzent)

Die Schöpfung hat eine Vielfalt an Pflanzen und Lebewesen hervorgebracht.
Jedes einzelne Blatt eines Baumes auf unserem Globus ist unterschiedlich.
So auch die Menschen. Das bedeutet Reichtum!

Jedes Kleinkind betrachtet alles Neue und Andersartige
mit Neugier und Interesse ohne zu werten.
Erst mit der Sprache und der familiären und gesellschaftlichen
Konditionierung werden Einteilungen, Schubladen und Wertungen
über andere Menschengruppen gebildet und das zumeist
ohne mit diesen jemals in direktem Kontakt gewesen zu sein.
In den allermeisten Fällen reine Gedankengebilde,
die man wiederum von anderen Meinungsmachern übernimmt.

Ich bin dankbar bei meinen vielen Reisen aufgrund meines
Welthits „Mambo No.5“
mit ganz vielen unterschiedlichen Menschen auf allen Erdteilen
über die Musik in enge Berührung und in Austausch gekommen zu sein.
Mir wurde klar, dass nur in der persönlichen Begegnung eine Erfahrung
gemacht werden kann, die durch kein angelesenes
oder übermitteltes Wissen ersetzt werden kann.

Wahre Verständigung muss in der Begegnung von Menschen ansetzen.
Hier kann die Musik Brücken über Sprachbarrieren und Vorurteile hinweg schaffen.
Mit anderen Menschen emotional etwas teilen ist stärker
als intellektueller Austausch. Es gibt in unserer Welt
mit der stark wachsenden Bevölkerungszahl und dem
globalen Internet kein Weg zurück zum Protektionismus.
Wir müssen lernen uns mehr und besser zu verständigen.
Für unsere westliche Kultur ist es die einzige Überlebenschance,
der wir einer Milliarden Bevölkerung der anderen
Kontinente und Kulturen gegenüberstehen.

Die Musik kann wie kein anderes Medium das Miteinander fördern.
Musik ermöglicht vieles besser zu transportieren und Interesse zu wecken:
Menschen zusammenzubringen, ein gemeinsames emotionales Gefühl
zu ermöglichen, ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermitteln,
Einheitserfahrung zu machen, über Musiktexte Sprache zu erlernen,
durch Diskussion der Inhalte von Musiktexten
und Herkunft der Musik Bildung zu fördern,
Bildungsinhalte mit mehr Freude und Spaß näher zu bringen,
und mehr Musik hilft auch therapeutisch, um Blockaden
sowohl motorisch als auch psychisch zu lösen.

Das Ohr des Kindes ist im Mutterleib bereits im 4 Monat das
erste voll entwickelte Sinnesorgan. Über Tonfrequenzen,
Klänge, Harmonien und Melodien erreicht man das Gefühl
der Menschen unmittelbar und emotional am stärksten.

Dies wurde mir auf meinen weltweiten musikalischen Reisen
unfassbar deutlich; in Worten eben nicht zu fassen.

Zitat: „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.“
E.T.A. Hoffmann

Mein Wunsch als Musiker ist stetig gewachsen, einen Betrag mit Musik
für die Gesellschaft leisten zu können und für mehr Herz und Verständnis
der Menschen untereinander beizutragen.